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travel / 02.11.2015

Rees – Heimatliebe

Rees – das ist eine Stadt am unteren Niederrhein mit ca. 22.000 Einwohnern. So ungefähr lautet die Einleitung des Wikipedia Eintrags über Rees. Aber Rees ist nicht einfach irgendeine Stadt. Rees, das ist meine Heimat. Hier bin ich aufgewachsen, hier bin ich nur ein einziges Mal umgezogen. Ich musste nie mit dem Bus zur Schule, weil alles mit dem Fahrrad erreichbar ist.

Hier kennt jeder jeden und ein kurzer Einkauf dauert wegen der vielen Schwätzchen immer ein bisschen länger. Hier gibt es keine Disco, maximal ein großes Festzelt, welches von Dorf zu Dorf wandert und alt und jung bei Discofox vereint. Der letzte Zug fährt um 22:48 Richtung Ruhrgebiet.

Wenn im Winter der Altrhein zugefroren ist, konnten wir darauf Schlittschuh fahren und wenn es geschneit hat, sind wir den Damm mit unseren Schlitten runter geeiert. Wir haben Kaulquappen in unserem Baggerloch gesammelt und für eine Froschplage im eigenen Teich gesorgt und wir haben mit allen Kindern bis zu Abenddämmerung Schnitzeljagd gespielt.  Der Baum auf dem Spielplatz um die Ecke war sowas wie unser Hauptquartier, hier haben wir unsere Sommer verbracht.

Im Teenager-Alter sind wir nach der Schule zum Reeser Meer gefahren. Ein Baggersee an denen wir jeden Tag  schwimmen waren, Karten und Hacky Sack gespielt haben. An den Wochenenden kam dann noch Bier und Wein der Eltern dazu. Partys haben wir auch gefeiert, immer da wo die Eltern gerade vereist waren. Und einmal im Jahr sind alle zum Haldern Pop Festival geradelt.

Es hat uns an nichts gefehlt. Aber irgendwann wollte man nur noch raus hier. Schnell die Schule beenden und ein Studium in einer größeren Stadt beginnen. Einfach mal ausgehen ohne das einer fahren muss. Shoppen gehen ohne ständig angequatscht zu werden und einfach mal einwenig Anonymität genießen. Genau das wollte ich.

„Ich würde am liebsten hier bleiben“, hat mir meine beste Freundin immer gesagt. Ich konnte das nie verstehen und hab mich immer gefragt was uns hier in diesem kleinen Ort hält.

Dann ist Sommer, ich sitze auf dem Balkon und starre auf einen grauen Hinterhof auf dem kein Pflänzchen wächst. Die Parks sind überfüllt. Meine Nachbarn kenne ich nicht. Und dann fehlt da plötzlich etwas.

Die weiten Felder die bis in den Horizont reichen, das saftig grüne Gras, welches Lindgrün erscheint wenn sich der Morgentau darüber legt. Die Kopfweiden die im Sommer so witzig und im Winter immer ein wenig gruselig aussehen. Die Wildgänse die Im Herbst vorbeischauen und für einen Moment die Stille mit ihren Rufen unterbrechen. Die wunderschöne Rheinpromenade, auf der man bei einem Kaffee, vorbei fahrende Schiffe beobachten kann. Und natürlich die Menschen hier, die die man kennt und die die man nicht kennt und trotzdem immer freundlich grüßen.

Rees - Heimatliebe Niederrhein - todayis.de DSC_0045Rees - Heimatliebe Niederrhein - todayis.de Rees - Heimatliebe Niederrhein - todayis.deDSC_0049 DSC_0058 DSC_0066 DSC_0082 DSC_0083 DSC_0134 DSC_0135-2 DSC_0146 DSC_0147 DSC_0189 DSC_0199 DSC_0227 DSC_0245 DSC_0246 DSC_0248 DSC_0270 DSC_0287 DSC_0290 DSC_0324 DSC_0329 DSC_0332 DSC_0337 DSC_0340 DSC_0357

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1 Comment

  • Reply anja trallalla 02.11.2015 at 21:31

    Gott ist es schön bei uns, wie schnell man es immer vergißt wenn man es jeden Tag sieht. Danke liebe Jule für diese super schönen Bilder, ja hier ist Zuhause hier will ich sein :-))))))
    Mamitschi

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