travel / 18.04.2020

Panoramaweg Südalpen – Karawanken

Immer wieder gerne fahre ich ins wunderschöne Österreich. Dieses Mal gehts in die Nähe des Dreiländerecks, um von dort aus die Region Villach, das Carnica-Rosental, das Bodental und die Karawanken, samt Abstecher nach Slowenien, auf dem Panoramaweg Südalpen zu erkunden.
Die Regionen Villach, Faaker See und Ossiacher See stoßen bei Touristen bereits auf große Beliebtheit. Die Natur ist sehr erholsam. Für uns ging die Reise ein Stückchen weiter bis ran an die Karawanken und ins weniger bekannte Carnica-Rosental sowie das Bodental.
Eingecheckt haben wir zunächst im Hotel „Das Moser“ am Faaker See. Ein sehr schönes, inhabergeführtes Haus mit direktem Zugang zum See und tollem Wellnessbereich.
Es ist wirklich herrlich ruhig hier. Stets mit Blick auf dem See und die Berge im Hintergrund, kann man hier eine super Zeit verbringen und entspannen. Die Zimmer sind schön und das Frühstück sowie Mittagessen sehr lecker.

| Wandern am Wurzenpass und Bunkermuseum

Unser erstes Ziel auf der Reise war der Wurzenpass. Die ersten 900 Höhenmeter, hoch auf den Berg Dreiländereck, haben wir ab Arnoldstein mit dem Sessellift überwunden. Uns eröffnet sich ein wunderschönes Panorama. Vom Westen über die Villacher Ebene mit dem hölzernen Pyramidenkogel über die Kärntner Nockberge sowie die Gurktaler- und Karnischen Alpen. Gen Osten haftet der Blick an den hochalpinen Kalkriesen der Julischen Alpen mit Blick auf den Triglav, dem höchsten Gipfel Sloweniens. Von hier oben fällt auch der markante Dobratsch ins Auge. Ein wunderbares Naturschutzgebiet.

Crossborder und mit Blick auf die Karawanken ging es dann auf die erste leichte Wanderung zum Wurzenpass. Nach gut zwei Stunden durch den Wald und über zahlreiche Wurzeln und Steine haben wir den Pass erreicht. Dort wartete bereits eine Überraschung auf uns. Eine original 6×6 Steyr-Puch Pinzgauer aus dem Bunkermuseum welches direkt am Wurzenpass liegt.
Dr. Andreas Scherer, ein ehemaliger Soldat und Oberst, hat uns höchst persönlich am Pass abgeholt und durch das Museum geführt. Der Bunker stammt noch aus den Zeiten des Kalten Kriegs und dient als Mahnmal für ein vereintes und friedliches Europa. Nach einer kurzen Begehung des Bunkers und einer Einführung durch Mag. Dr. Andreas Scherer, durften wir eine Runde mit einem Panzer mitfahren. Klingt aufregend und cool, ist es aber nicht. Wir fuhren eine Runde sitzend und eine weitere stehend. Es ist laut, eng, wenig komfortabel und sitzend sieht man nicht wo der Panzer entlang fährt. Mich überkommt ein ungutes Gefühl in der Magengegend. Die Mitfahrt im Panzer war für mich kein Spaß. Ich wollte vielmehr einmal wissen, wie es sich angefühlt haben muss. Dabei werden wir nicht einmal annähernd  in die Gefühlslage eines vollbepackten Soldaten gekommen sein.
Mit dem Pinzgauer ging es zurück auf den Wurzenpass, wo unser Bus bereits wartete um uns weiter nach Mojstrana in Slowenien zu fahren.

Das hier oben auf dem Pass ein Grenze verlief, lässt sich nur noch an wenigen Schildern und einem Mahnmal erkennen. Heute sind in der EU die Grenzen offen und wir können uns frei bewegen.

| Das Bergsteigermuseum in Mojstrana

Das Bergsteigermuseum mit vielen alten Ausstellungsstücken liegt in Mojstrana. Es erzählt die Entstehung des Alpinismus und Bergsteigens in Slowenien und klärt auch über den Naturschutz in den Karawanken auf. Es gibt sogar eine kleine Hütte, in der ein Schneesturm simuliert wird. Im Museum selbst besteht sogar die Möglichkeit, sich Kletterausrüstung zu leihen und den Klettersteig gegenüber auf der anderen Seite der Straße zu begehen.

| Gasthaus Osnak

Vom Museum aus ging es mit dem Bus weiter zum Gasthaus Psnak in Radovna. So ein langer Tag samt Wanderung macht hungrig, sehr hungrig. Das Gasthaus liegt malerisch gelegen an einer großen Wiese zu Füßen der Karawanken. Aufgetischt wurde nebst Schnaps und kühlen Bier, einige slowenische Spezialitäten. Das Gasthaus ist urig und gemütlich. Es bietet auch für Vegetarier Speisen auf der Karte.

| Etappe 2 – Baumgartnerhöhe

Zunächst fuhr uns ein Bus zur Burgruine Finkenstein. Im Jahre 1142 fand die Burg ihre erste Erwähnung. Heute ist sie wohl einer der außergewöhnlichsten Veranstaltungsorte Österreichs. In der, im Vergleich zum Rest der Ruine, neu erbauten Burgarena finden heute Konzerte und Theateraufführungen statt. Die Kulisse und Aussicht könnte schöner kaum sein. Was uns die alten Gemäuer wohl alles erzählen würden. Ich mag solche Orte.

Von der Burgruine aus führt und eine neuere Etappe des Panoramweg Südalpen hoch auf die Baumgartnerhöhe. Hier sind wir pünktlich zur Eröffnung der neue Biketrails eingetroffen. Stets mit Blick auf den türkisblauen Faaker See lässt der 2,2km lange Flowtrail Mountainbikeherzen höher schlagen. Hier darf man sich auch als Anfänger hinunter trauen. Wer geübt ist, kann sich an leichten Sprüngen üben.
Ausgestattet mit E-Mountainbikes sind wir die etwa 150 Höhenmeter hinauf, um uns gleich den Trail runter zu stürzen. Ich liebe es. Und weil es so viel Spaß macht, bin ich gleich noch einmal hoch und runter und habe direkt noch den Lowtrail durch den Wald drangehangen. Macht zusammen gut 3,3km Fahrspaß.
Die flowige Bauart der Trails und die unglaublich schöne Natur machen die Fahrt zu einem coolen Erlebnis. Die Bikes dürften wir bei lakebike ausleihen.

Gleich danach gab es Abendsessen im Baumgartnerhof. Risotto mit Garnelen und Fisch. Es war so gut. Zufrieden ging es dann zurück ins Hotel.

| Hoch hinauf zur Taborhöhe

Auf der Taborhöhe, hoch über dem Faaker See, habe ich übrigens ein weiteres verstecktes Talent in mir entdeckt. Das Bogenschießen. Habe ich noch nie zuvor gemacht und doch direkt mal einige Treffer gelandet. Es hat mir unglaublich viel Spaß gemacht. Zu gerne hätte ich daher den gesamten 3D-Bogenpacour gemacht. Falls ihr mal die Chance dazu habt, probiert es aus.
Auf der Taborhöhe gibt es zudem einen großen Hochseilgarten für groß und klein. Falls ihr mal in der Gegend seid, schaut hier unbedingt einmal vorbei.*

| Zitrusgarten

Mein heißer Tipp für euch ist definitiv der Zitrusgarten von Michael Ceron. Ich liebe diesen Ort. Der Garten liegt in Faak unweit des Faaker Sees und beherbergt über 280 verschiedene Zitrusgewächse aus aller Welt. Die Leidenschaft und Hingabe, mit welcher Michael Ceron seinen Garten gepflegt, spürt man mit jedem Wort. Übrigens ist der Zitrusgarten biozertifiziert. Hier kommt keine Chemie zum Einsatz. Der Garten ist definitiv mein Lieblingsort in Österreich.


| Tscheppaschlucht

Ein Highlight der Reise war definitiv die Tscheppaschlucht nahe Ferlach in der Carnica-Region-Rosental. Wenngleich sie mich an einer Stelle wirklich Nerven gekostet hat. Dazu später mehr. Ihren Namen verdankt die Klamm einem Kegel, welcher mitten in der Schlucht steht. Auf slowenisch „Cepa“, für Kegel, wird der Name der Tscheppa­schlucht abgeleitet. Ein Märchen sagt, dass wenn der Keil entfernt werden würde,  die beiden Seiten der Klamm, nämlich der Singerberg und das Ferlacher Horn wieder zusammenwachsen würden.
Am Parkplatz nahe des Loiblpass haben die Wanderführer Sissi Wute und Herbert Jesenko bereits auf und gewartet.
Schluchten, reißende Flüsse und Wasserfälle faszinieren mich ungemein. Daher habe ich mich auf die Besichtigung der Tscheppaschlucht sehr gefreut. Festes Schuhwerk sollte hier jeder tragen. Über Stege, Brücken und Leitern geht es 1,2km durch die von der Urgewalt des Wassers geschaffene, magische Landschaft. Hier kommen sämtliche Sinne auf ihre Kosten. Zu gerne lausche ich dem reißenden Fluss und sehe dem Wasser dabei zu, wie es sich durch Felsen seinen Weg bahnt.
Das Klima in der Schlucht ist immer feucht und so siedeln sich Moosteppiche und sogar mediterrane Pflanze entlang der Felswände der Schlucht an.
Highlight war der 26m hohe Tschaukofall und das Felsentor. Und dann ist da ja noch die Teufelsbrücke. Owei. Zur ihr gelangt man über eine Wendeltreppe aus Gittern. Gar nichts für mich und meine Höhenangst. Aber hey, ich habs geschafft. Das Foto vom Photopoint spricht allerdings Bände.

| Das smaragdgrüne Meerauge

Der Wanderweg führt uns heraus aus der Schlucht, durch dicht bewaldetes Gebiet, bis wir uns nach einer guten Stunde im Bodental wiederfinden. Wir unternehmen einen kurzen Abstecher nach rechts um uns das smaragdgrüne Meerauge anzuschauen. Durch ein altes Holzgatter und über Brücken und Stege, die über eine kleine Moorlandschaft führen, erreichen wir das sogenannte Toteisloch. Die Farben sind der Wahnsinn und versprühen fast karibisches Flair.
Es entstand vor mehr als 10.000 Jahren und ist vermutlich ein Überbleibsel des einstigen Bodentalgletschers, welcher sich über die Jahrhunderte immer mehr zurückgezogen hat. Übrig blieb ein Toteisklumpen, welche dieses Loch zurückgelassen hat. Gespeist wird das Meerauge über den Grundwasserstrom des Talbodens. Dies ist gut an den aufsteigenden Blasen zu erkennen.
Einer Sage nach ist das Meerauge mit dem Veldeser See in Bled unterirdisch verbunden:

„Einst sanken zwei Ochsen mit Wagen und Heu – in die Tiefe – es war in Sekunden vorbei. Nichts zeugte vom Unglück, vom finsteren Grauen. Nicht die Welle, die kleinste konnt’ das Auge erschauen. Erst Wochen danach und jenseits der Höh’ trieb das Ochsenjoch drüben im Veldeser See!“

 

| Märchenwiese

Zurück auf dem Weg erblicken wir bereits aus der Ferne die uralte Linde vor dem Gasthaus Bodenbauer. Im Jahre 1636 gepflanzt, hat sie bereits einiges erlebt und könnte unzählige Geschichten erzählen. Sie ist ein Naturdenkmal und gleich hinter ihr erstreckt sich die wunderschöne Märchenwiese vor einer traumhaften Berglandschaft. Der Zutritt ist lediglich den heimischen Ochsen gestattet. Denn die Bergwiese steht unter Naturschutz und beherbergt zahlreiche seltene Pflanzenarten. Sie ist Kärntens schönste Bergwiese. Wo sonst gehen Wiese und Felswände ineinander über. Hinter der Wiese türmen sich der Zelenica mit 2026m sowie der Vertatscha mit 2181m, der Bielschitza mit 1959m und der Geißberg 2024m gen Himmel auf.
Zur passenden Jahreszeit erstrahlt die auf 1157m gelegene Wiese in einem Meer aus weißen Stern-Narzissen. Diese wurde im Rahmen einer Naturschutzmaßnahmen neu angesiedelt.
Wer hier durch die Wälder wandern möchte, dem ist Vorsicht geboten. Hier sind nämlich auch Braunbären unterwegs, die öfter mal die Grenze zu Slowenien übertreten. Die Tiere sind sehr scheu, doch sollten die Hinweisschilder ernst genommen werden.

 

| Tržič 

Schuhmacher Matej Slapar von Pro Alp produziert seit über 30 Jahren modische, perfekt sitzende Wander- und Bergschuhe aus Naturmaterialien. Die überwiegend in Handarbeit gefertigten Schuhe können auf Wunsch auch maßgefertigt werden.
Es war sehr interessant, den Mitarbeitern einmal Hautnah über die Schulter schauen zu dürfen.
Da steckt eine Menge Arbeit in so einem Paar Schuhe.

Letzte Station der Reise ist Ferlach. Hier checken wir in unserem zweiten Hotel in Ferlach ein. Der Gasthof Plasch „Auf der Huabn“. Hier hat uns Wanderführerin Sissi Wutte in Empfang genommen (sie kam ganz lässig grad erst von einem Paraglideflug zurück). In den Karawanken kennt sie sich bestens aus. Wer sich über Trailrunning und Weitwandern interessiert, ist bei ihr gut aufgehoben. Sissi ist super lieb und ich habe sie gleich ins Herz geschlossen.

Der Drau Ufer Panoramaweg ist perfekt zum Radfahren für die ganze Familie.

Letzter Programmpunkt der Reise ist ein Besuch im Technikmuseum Historama Ferlach. Stilecht im Oldtimer wurden wir bis vor den Eingang gefahren. Das Verkehrsmuseum ist das zweitgrößte seiner Art in Österreich. Es zeigt das Verkehrswesen in Österreichs seit der Jahrhundertwende und beherbergt eine umfangreiche Sammlung aller möglichen Fortbewegungsmittel. Ob Auto, Straßenbahn, Bus, Flugzeug oder Schiff. Hier gibt es so gut wie alles zu bestaunen. Ich wusste gar nicht wo ich zuerst hinsehen sollte. All die alten Fahrzeuge haben mich aus dem Staunen nicht mehr rauskommen lassen. Mein Herz schlägt für alles was nostalgisch ist.
Ein ganz ganz wunderbarer Ort und auf jeden Fall einen Besuch wert.

Herzlichen Dank an Feuer und Flamme die Agentur für die Einladung. Ein ebeneso herzliches Danke an die  Region Carnica Rosental und die Region Region Villach – Faaker See – Ossiacher See . Es ist immer wieder schön bei euch.

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