travel / 03.09.2021

Osttirol – Natur erhalten. Natur erleben.

Werbung | Für ein paar wundervolle Tage war ich für eine nachhaltige Auszeit im Nationalpark Hohe Tauern in Osttirol unterwegs. Er ist der größte Nationalpark der Alpen mit einer einzigartigen und ursprünglichen Pflanzen- und Tierwelt. In Osttirol wahrt man die Schätze der Natur und lebt im Einklang mit ihr. Nachhaltigkeit wird hier nicht nur groß geschrieben, sondern sichtbar gelebt.

| Nationalpark Partnerbetriebe

Wir haben während unserer Reise verschiedene Betriebe kennenlernen dürfen und konnten uns davon überzeugen, wie Nachhaltigkeit hier gelebt wird. Das Gütesiegel zum offiziellen Partner des Nationalpark Hohe Tauern wird nicht einfach so verliehen.
Diese Kriterien sind unter anderem das Bevorzugen von Recyclingpapier, die Verwendung umweltfreundlicher Reinigungsmittel und das Einsetzen von energiesparenden Beleuchtungskörpern wie LED. Außerdem das Anbringen von wassersparenden Techniken und die Vermeidung von Plastik und Aluminium als Verpackungsmaterial und die umfassende Mülltrennung.
Ein paar ganz tolle Nationalpark Partnerbetriebe stelle ich euch in diesem Artikel vor.

| Unterkunft im Hotel Gasthof Hinteregger

Einer der Partnerbetriebe ist das Hotel Hinteregger. Für unseren Aufenthalt haben wir eins der wohl schönsten Zimmer des Hotel Gasthof Hinteregger beziehen dürfen. Hell, modern und großzügig gestaltet, mit großartigem Panorama auf die Gipfel. Es ist eines von fünf neu gestalteten Zimmern im Altbau des Hauses. Nach hinten raus wurde es um einen wintergartenartigen Anbau erweitert. Im Inneren ist mit natürlichen Materialien wie Zirbenholz gearbeitet worden. Der Duft ist herrlich und fördert einen gesunden Schlaf.
Im Hotel wird das Alte mit Neuem verbunden, was ein ganz wunderbares Wohngefühl ergibt.
Besonders am Hotel ist auch, dass die Familie Hradecky über eigene Landwirtschaft und einen Bauernhof verfügt, von welcher die Küche profitiert.
Im Restaurant werden nämlich regionale Produkte und Gemüse und Kräuter frisch vom Hof aufgetischt. Hier muss nichts weit reisen. Sogar das Fleisch stammt größtenteils vom eigenen Hof. Die Kühe haben eigene Namen und grasen im Sommer auf der üppigen Alm im Innergschlöss der Familie Hradecky. Das Brot zum Frühstück wird frisch im Hotel gebacken und der Apfelsaft aus eigenem Obst gepresst. Das Abendessen war urlecker. Es gibt sogar vegetarische Gerichte.
Wir haben uns hier rundum wohl gefühlt. Nicht zuletzt auch, weil die Mitarbeitenden furchtbar nett waren.

| Nature Watch Wanderung durch das Dorfertal zum Dorfersee

Startpunkt ist der Parkplatz Dorfertal, wo wir schon von Ranger Andreas Rofner erwartet werden. Andreas ist Ranger im Nationalpark Hohe Tauern und führt BesucherInnen auf Touren durch den Nationalpark an die schönsten Orten und hält dabei spannende Geschichten über Flora und Fauna der Region bereit.

Der Weg führt uns zunächst durch die wildromantische Dabaklamm, die den Osttiroler Ort Kals mit dem Dorfertal verbindet. In der Schlucht ist es angenehm kühl und stets mit dem Rauschen des Dorferbachs im Ohr wandern wir durch die hohen Berghänge die zum Teil über hunderte Meter steil nach oben ragen. Der Weg ist breit und gar nicht steil.
Nach gut 20 Minuten strammen Schrittes öffnet sich die Klamm und gibt einen wunderbar weiten Blick in das Dorfertal frei. Andreas erzählt uns, dass hier in den 70ern wieder Pläne aufgenommen wurden, eine gigantische Staumauer von 220m Höhe zu errichten. Dabei zeigt er zu beiden Seiten auf einen Punkt, an dem die Staumauer heute stehen würde, um das Drofertal zu fluten und ein Staukraftwerk zu betreiben. Eigentlich der perfekte Ort. Denn die Schlucht ist schmal und das Tal dahinter breit und tief.
Dass wir die unberührte Natur und Schönheit des Tals heute noch erkunden können ist dem großen Widerstand vieler BürgerInnen zu verdanken. Es war ein harter Kampf, der am Ende doch belohnt werden sollte.
Und so führt uns der Weg weiter durch Tal, vorbei urigen Almhütten und es begegnet uns ein Fuchs der flink ins Unterholz verschwindet und ein Lächeln auf unseren Gesichtern zurück lässt.
Nach gut 1 1/2 Stunden erreichen wir das Kalser Tauernhaus auf 1755m. Das Haus ist Ausgangspunkt für viele Spaziergänge, aufregende Wanderungen sowie Gipfel- und Hüttentouren.

Der Himmel ist wolkenverhangen und immer wieder weht uns leichter Regen entgegen. Wir entscheiden uns jedoch weiter zum Dorfersee zu gehen. Denn das bisschen Nieselregen macht uns nichts und die dicken Wolken bleiben hinter den Gipfeln hängen. Und so führt uns der bewaldete Weg noch ein wenig weiter durchs Tal bis er schließlich in felsiges Gebiet übergeht.
Über Felsstufen, kleine Brücken und vorbei an haushohen Felsbrocken schlängelt sich der Weg seicht hoch zum türkisblauen Dorfersee. Hier und da Klettern wir über größere Felsplatten bis schließlich nach knapp 30 Minuten der vom Gletscherwasser gespeiste Dorfersee vor uns liegt. Die Kulisse ist an diesem Tag mystisch.
Die Wanderung empfehlen wir nur zu gern. Insgesamt geht man gut 5 Stunden knapp 18km. Doch man kann viele Pausen einlegen und legt kaum spürbar die 530 Höhenmeter zurück.

| Brettljause im Braugasthof Glocknerblick

Nach der langen Wanderungen sind wir im Braugasthof Glocknerblick in Arnig eingekehrt. Hier sind wir von der lieben Elisabeth Rogl mit allerlei selbstgemachten Leckereien und selbstgebrautem Bier herzlich empfangen worden.
Aufgetischt wurde z. B. Rotebeete- und Kürbiskernaufstrich mit frischem Brot, Käsevariationen aus der Region wie z. B. Schafskäse vom Kollnighof oder Ziegenkäse vom Figerhof in Kals. Es war alles rundum lecker und wir haben uns die Bäuche ordentlich vollgehauen.
Im Braugasthof kann aber nicht nur gut gegessen werden. Es gibt auch wundervolle Zirbenzimmer zur Übernachtung. Vom Gasthof aus bietet sich, wie der Name auch sagt, ein sehr guter Blick auf den Großglockner.

| Abendessen im Naturhotel Outside mitten im Draußen

Im Naturhotel Outside  sind wir in den Genuss der überaus grandiosen Küche gekommen. Es war eine Geschmacksexplosion! Die Gerichte sind traditionell und raffiniert, bodenständig und mutig. Auch hier werden nur Lebensmittel aus nachhaltiger Landwirtschaft in der Region verarbeitet. Das Sechs-Gänge Menü war perfekt abgestimmt und beinhaltet auch vegetarische Gerichte.
Das Team ist sehr nett, aufmerksam und zuvorkommend. Hier wird man sich auch als Übernachtungsgast sehr wohlfühlen.
Für den Umgang mit Natur und Ressourcen ist das Naturhotel Outside mit verschiedenen Umweltzeichen und Siegeln ausgezeichnet worden. Darunter das österreichische Umweltzeichen oder das EU-Ecolabel.
Wo immer es möglich ist arbeiten sie mit Partnern aus der Region zusammen. Vom Elektriker oder Tischler bis zu den Bauern, die das Hotel mit regionalen und saisonalen Produkten beliefern. Mit der Zukunft der kommenden Generationen im Blick, wirtschaftet die Familie Ganzer nachhaltig, vorausschauend und verantwortungsbewusst.
Bei einem sympathischen Gespräch mit Daniel Ganzer und einem Zirbenschnaps haben wir ein gutes Gefühl dafür bekommen, dass Nachhaltigkeit hier nicht bloß ein leeres Wort ist, sondern ganz und gar gelebt wird.

| E-Bike Tour rauf auf den Klaunzerberg ins Goldried

Am dritten Tag ging es für uns gleich nach dem Frühstück auf zu einer spannenden E-Bike Tour. Die Räder durften wir uns im Radhaus Matrei leihen. Nach einer kurzen Einführung düsten wir los in Richtung Weg Nr. 147 Klaunzerberg. Ziel für den Tag war das Gasthaus Goldried auf 2150m. Die 24km lange Strecke und ihre 1270 Höhenmeter sind mit dem Bike kein Hindernis gewesen. Auch wenn der Weg eine gute Steigung aufweist, geht es ganz easy über Schotterwege rauf. Je höher wir radeln umso schöner wurde das Panorama auf die umliegenden Berge und das idyllische Virgental. Ohne Schnaufen und Schwitzen kann man die Aussicht genießen und erreicht mit Fotopausen nach gut zwei Stunden das Ziel, nämlich das Gasthaus Goldried.
Da wir recht schnell waren und noch Zeit zum Mittagessen blieb, sind wir noch ein Stück weiter hoch gefahren zum Kals Matreier Törl. Auf einer der Bänke auf dem Europa Panoramaweg haben wir es uns bequem gemacht und in die Ferne gesehen. Einfach mal kurz den Moment genossen und die Bergluft durch die Lungen fließen lassen.
Für das Mittagessen ging es dann zurück zum Gasthof Goldried. Der Berggasthof ist auch mit der Gondel bequem zu erreichen und so auch ein Ausflugsziel für Senioren und Familien. Nicht nur im Winter. Von der runden Terrasse aus hat man eine grandiose Sicht auf 60 Dreitausender.
Im Gasthof wurden wir herzlich von Regina Köll und ihrem Team begrüßt. Ihr Motto ist, „Das Gute liegt im Einfachen“ und so ist auch die Küche. Kein Schnickschnack und keine ausgefallen Gerichte. Sie überzeugt mit bodenständigen und traditionellen Gerichten, mit Produkten aus der Region und Kräutern aus dem eigenen Kräuterbeet. Wir haben die cremige Pasta mit Eierschwammerln (Pfifferlinge) probiert.
Das Gasthaus ist der ideale Ausgangspunkt für zahlreiche Wanderungen und Aktivitäten wie Bergsteigen und Klettern oder Biketouren.
Wir haben das Panorama hier sehr genossen und konnten sogar einige Sonnenstrahlen einfangen.

| Deferegger Heilwasserwelt

Im Defereggental begeben wir uns auf die Spuren der Schnabelmenschen. Einer Legende nach haben sie einst das Tal beschützt. Ein wenig versteckt im Tal liegt das Heilwasserhaus. Hier verbirgt sich ganz unscheinbar die Quelle eines der ältesten und wirkungsvollsten Tiefen-Heilwässer der Welt. Manuela Gutwenger empfängt uns auf dem Mythenplatz vor dem Haus, wo auch die Schwefelquelle entspringt, und erzählt uns einiges über den Schatz der hier in St. Jakob im Osttiroler Defereggental aus einer Tiefe von 1850 Metern entspringt.
Das Heilwasser entstammt einem fossilen Meer in den Tiefen der Tauern, wo es seit rund einer Million Jahre reift. Vollkommen isoliert vom Wasserkreislauf. Es ist so rein wie damals, als noch keine Menschen auf der Welt waren. Das Salzwasser löste über die Jahrtausende viele wertvolle Mineralien aus dem Gestein und ist um einiges salziger als das Wasser unserer Meere.
Es gibt viele Anwendungsmöglichkeiten für das Heilwasser, dass unterirdisch in das Haus geleitet wird und von dort unbehandelt abgefüllt wird. Ob Inhalation, Teilbäder für Füße und Arme oder nasse Wickel. Es gibt viele tolle Erfahrungsberichte die ihr gerne hier nachlesen könnt.
Wir sind von dem Besuch und den Erzählungen von Manuela sehr begeistert und überzeugen uns aktuell Zuhause selbst von den tollen Produkten, zu denen auch noch einen ganze Reihe Naturkosmetik und Pflegeprodukte zählen.

  

| Abendessen im Alpengasthof Pichler

Das letzte Abendessen der Reise gab es für uns im Alpengasthof Pichler im idyllischen Bergbauerndorf St. Veit. Der Gasthof liegt auf 1500m Seehöhe inmitten wunderschöner Natur. Wir wurden herzlich empfangen und unsere Gaumen wurden köstlich verwöhnt. Hier wird definitiv mit Liebe gekocht und zubereitet. Besonders beliebt sind hier die Suppenkreationen und die selbstgemachten Kuchen und Strudel.
Die Speisekarte reicht von typischen, traditionellen Tiroler Gerichten bis hin zu modernen vegetarischen Alternativen und saisonalen Köstlichkeiten. Auch im Alpengasthof Pichler wird auf Regionalität besonders viel Wert gelegt. So werden die Lebensmittel vorwiegend aus der Region bezogen. Die Sonnenterrasse lädt zum Entspannen und Verweilen ein.
Wer Urlaub im Defereggental machen möchte ist in einem der schönen Zimmer des Gasthofs gut untergebracht. Wir haben uns sehr wohl und willkommen gefühlt.

Ein großes Danke an alle Nationalpark Partnerbetriebe und den Tourismusverband Osttirol, dass wir so herzlich aufgenommen und betreut wurden. Die Auszeit hat sehr viel Spaß gemacht und wir sind uns sicher, dass wir noch einmal wiederkommen werden.

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1 Comment

  • Reply Anja Melles 03.09.2021 at 21:20

    Unglaublich schön, macht lust auf Urlaub in Tirol

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